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Wütend

Wut entsteht aufgrund von Frustration, Verzweiflung oder Streitsituationen. Trotz, Zorn und Wut sind verwandte Gefühle. Das kleine Kind fühlt sich gezwungen, etwas zu tun, was es nicht möchte. Seine Wünsche werden nicht erfüllt oder das eigene Missgeschick verursacht einen Wutausbruch. Wut setzt Energien frei. Sie aktiviert uns zum eigenen gezielten Handeln. Meistens schlagen Kinder während eines Wutanfalls um sich, sie schreien oder halten sich die Ohren zu. Damit signalisieren sie der Umgebung, ihnen nicht zu nahezukommen. Sie brauchen in diesem Moment oft Platz, um ihre Frustration herauszulassen.

Wie sieht es mein Kind?

Wut ist ein mächtiges Gefühl, das selbst uns Erwachsene manchmal ordentlich aus der Ruhe bringt. Kinder, die gerade die Emotionswelt entdecken, können ihre Gefühle nicht so einfach steuern. Sie kommen unerwartet und verschwinden dann oft auch schnell wieder. Wie soll man verstehen, was gerade im eigenen Körper und Gehirn passiert? Wenn es dazu noch jemanden gibt, der meint „ach, alles halb so wild“, „übertreib doch nicht“, „ist doch gar nicht so schlimm“ oder „du stellst dich aber an“, hilft es bestimmt nicht die eigenen Gefühle unter Kontrolle zu bekommen. Und es hilft einem Kind auch nicht diese zu verstehen. 

Unser Gehirn besteht u.a. aus zwei wichtigen Bereichen. Dem kognitiven und dem emotionalen Teil.

  • Dem kognitiven Bereich wird das rationale und logische Denken zugeschrieben.
  • Dem emotionalen Bereich, das instinktive Handeln.

Erwachsene Menschen können die Impulse des emotionalen Bereichs durch den kognitiven kontrollieren. Doch es gibt auch hier manchmal Umstände, die uns nicht rational handeln lassen. Bei Babys und Kindern ist das Gehirn noch in der Reife und der emotionale Bereich beeinflusst das Handeln sehr stark. Passiert also etwas, das dem Kind nicht passt, handelt es emotional und der kognitive Bereich wird dadurch blockiert.

Wie reagiere ich am besten?

  • Bei einem Wutausbruch bleibe bei deinem Kind oder in seiner Nähe.

  • Versuche ruhig und freundlich zu bleiben und lass dich nicht aus der Bahn werfen und mit der Wut anstecken (auch wenn es leider oft gar nicht einfach ist).

  • Zeit ist wichtig – dein Kind braucht Zeit und muss seinen Emotionen auch Raum lassen können.

  • Sag deinem Kind, dass es jederzeit zu dir kommen kann oder frag es, ob du zu ihm kommen sollst. Eine ruhige und leise Stimme wirkt besänftigend.

  • Umarme dein Kind, gib ihm Wärme und das Gefühl der Sicherheit. Du kannst es dabei auch leicht schaukeln. Zeige ihm, dass du für ihn/sie da bist und dass du es liebst.

  • Gib deinem Kind die Möglichkeit sich abzureagieren oder zu toben. Gib ihm/ihr das Gefühl etwas gegen den Zustand tun zu können, z.B. auf eine Matte zu springen, in den Polster zu boxen, die Wut herauszuschreien.

  • Sobald sich dein Kind beruhigt hat, kannst du die Situation besprechen. Meide Vorwürfe und Anschuldigungen. Versuche die Auslöser zu verstehen und überlegt gemeinsam mögliche Lösungen oder Kompromisse für die Zukunft.

Wichtig zu wissen

Falls die Wutanfälle sich häufen und du überfordert bist, ist das kein Grund sich zu schämen. Suche Hilfe bei Experten und lass dich beraten

Welche Fragen kann ich mit meinem Kind bei der Wütend-Karte besprechen?

  • Welche Worte für das Gefühl der Wut kennst du noch?

  • Gibt es Situationen, die dich immer wütend machen? (z.B. irgendjemand nimmt immer deine Sachen ohne dich zu fragen) Hast du es der Person bereits gesagt, dass du das nicht magst? 

  • Wann warst du das letzte Mal wütend? Was ist passiert? Wie hast du reagiert und wie haben andere reagiert?

  • Passiert es dir, wenn du wütend bist, dass du Dinge sagst, die du gar nicht so meinst? 

  • Wie reagiert dein Körper auf Wut? Wirst du rot im Gesicht? Schlägt dein Herz schneller? Schaust du böse? Möchtest du strampeln oder schreien? 

  • Wie reagierst du, wenn jemand in deiner Nähe wütend wird?

  • Wie möchtest du, dass andere reagieren, wenn du wütend bist? Möchtest du alleine bleiben oder brauchst du eher Nähe und eine Umarmung? 

  • Wenn du wütend bist, hilft es 5 tiefe Atemzüge zu nehmen. Mache jetzt 5 tiefe Atemzüge und probiere es auch dann, wenn du wütend bist. 

Weitere Gefühle