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Ängstlich

Angst entsteht aufgrund der persönlichen Einschätzung der Bedrohlichkeit einer Situation. Das Gefühl, die Mimik, Gestik und Körperhaltung signalisieren der Umwelt Vorsicht walten zu lassen und schutzbedürftig zu sein. Die Angst setzt unseren Körper in Alarmbereitschaft. Wir haben drei Mechanismen zur Auswahl: Angriff, Flucht, Erstarrung. Wenn wir Angst haben, fühlen wir uns klein, unbedeutend und machtlos. Alles, was wir machen sollen, kommt uns schwierig vor.

Wie sieht es mein Kind?

Ängste gehören zur normalen kindlichen Entwicklung dazu. Man spricht von entwicklungstypischen Ängsten, die je nach Alter unterschiedlich sind.

  • Beispielsweise haben Kinder gegen Ende des 1. Lebensjahres häufig Angst vor fremden Menschen, Gegenständen oder auch lauten Geräuschen.
  • Im Kleinkindalter wechselt dies oft zu einer Angst vor Tieren, der Dunkelheit und dem Alleinsein.
  • Kinder zwischen 4 und 6 Jahren beschäftigt eher die Angst vor Monstern, Gespenstern und Naturgewalten wie Blitz und Donner.
  • Im Grundschulalter nehmen die bis dahin vorherrschenden Ängste in der Regel ab und es treten vermehrt schulbezogene und gesundheitsbezogene Ängste auf, wie zum Beispiel die Angst vor Ablehnung und Schulversagen, die Angst vor Krankheiten, Verletzungen und Tod. Diese verlieren sich mit dem Älterwerden wieder.

Wichtig zu wissen

Starke Ängste können in den ersten erlebten Trennungssituationen oder Veränderungen, wie zum Beispiel der Eingewöhnung in den Kindergarten oder dem Schulübertritt, auftreten oder diese begleiten. Gerade in herausfordernden Zeiten (Corona) oder Übergangsmomenten (Kindergarteneinstieg) sehen wir vermehrte Ängstlichkeit bei Kindern.

Wie reagiere ich am besten?

  • Nimm die Gefühle deines Kindes ernst und vermittle ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

  • Biete deinem Kind in diesen Situationen oder Phasen an, es zu unterstützen und zu begleiten. Sei für dein Kind da!

  • Gleichzeitig ist es wichtig, deinem Kind nicht alles abzunehmen, sondern es mit ermunternden Worten in seinen Fähigkeiten zu bestärken – „Du schaffst das“, „Ich bin hier, wenn du mich brauchst.“

  • Die Angst kann nicht ins unermessliche steigen, es ist wichtig dein Kind mit beängstigenden Situationen zu konfrontieren. Bleibe in diesen Fällen bei deinem Kind und halte sie gemeinsam mit ihm aus.

  • Zeige Verständnis und vermeide Aussagen wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben.“ oder „Da ist doch gar nichts.“

  • Bleibe möglichst gelassen und lasse dich selbst nicht von der Angst anstecken.

Im Allgemeinen können Bücher und Geschichten, die der Problematik bzw. der aktuellen Gefühlswelt des Kindes ähnlich sind, helfen. Bei spezifischen Ängsten (Einschlafen, Dunkelheit) können selbst gestaltete Angstrituale helfen:

  • Vertreibt die Monster gemeinsam durch das Anzünden einer Duftlampe.

  • Ernennt ein Stofftier als „Beschützer“, das auf dein Kind aufpasst.

  • Denkt euch lustige Zauber- und Beschwörungsformeln aus, die dein Kind in Angstsituationen aufsagen kann.

  • Legt zum Einschlafen Beruhigungsmusik auf.

  • Bastle gemeinsam mit deinem Kind einen Traumfänger und hängt diesen übers Bett.

  • Lass während der Nacht eine kleine Lampe mit schönem, gedämpftem Licht im Zimmer brennen.

Welche Fragen kann ich mit meinem Kind bei der Ängstlich-Karte besprechen?

  • Wovor hast du Angst? 

  • Wann hast du das letzte Mal Angst gehabt? Warum?

  • Wie siehst du drein, wenn du ängstlich bist? (am besten gemeinsam vor dem Spiegel)

  • Was hilft dir, wenn du Angst hast? 

  • Wie reagiert dein Körper, wenn du Angst hast?

  • Woran erkennst du, dass jemand anderer Angst hat? 

  • Wovor haben Tiere Angst?

  • Gibt es eine Farbe, die dich an Angst erinnert? 

Weitere Gefühle