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Erste Hilfe. Was Eltern von Babys und Kleinkindern wissen sollten

Die ersten Schritte zu mehr Sicherheit für Babys und Kleinkinder

Ist ein Erste-Hilfe-Kurs notwendig?

Für die meisten von uns ist Erste Hilfe eine Pflichtveranstaltung beim Führerschein und dann kommt lange nichts. Junge Eltern belegen daher auch häufig einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder, denn sie fühlen sich oft unsicher, was im Notfall zu tun ist. Wie oft verschlucken sich die Kleinen bei der ersten Bissen fester Nahrung. Oder stürzen unglücklich bei den ersten Gehversuchen. Wissen gibt Sicherheit, helfen zu können und dabei einen kühlen Kopf zu bewahren. Daher macht ein Erste-Hilfe-Kurs Sinn – für Eltern, aber auch Großeltern oder andere Bezugspersonen.

Die Angst, dem eigenen Kind könne etwas passieren ist bei Eltern groß. Eine Strategie kann sein, sich einzureden, es würde schon nichts passieren. Die Augen zu verschließen und zu hoffen, dass man selbst nicht in eine kritische Situation gerät, ist eine einfache Möglichkeit, die aber leider im Ernstfall böse ausgehen kann.

Es ist wichtig, sich mit Erste Hilfe zu beschäftigen und das eigene Wissen regelmäßig aufzufrischen.

Wo finde ich einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kinder?

Die Auswahl an Erste-Hilfe-Kursen wird immer größer. Von Kinderarztpraxen über das Rote Kreuz hin zu Eltern-Kind Zentren – je nach Wohnort, variiert natürlich das Angebot.

Es gibt aber auch Anbieter wie littleplan, die Erste-Hilfe-Wissen ansprechend und zeitgemäß, nicht clean und medizinisch vermitteln. Der Kurs ist explizit für Laien gestaltet und beinhaltet Themen wie Bewusstsein, Atmung/Puls/Kreislauf und wie diese Komponenten zusammenhängen. Das Ziel ist, dass die Teilnehmer den Grund der Maßnahmen verstehen, bevor diese praktisch geübt werden. Dadurch wird vermieden, dass die Teilnehmer die Inhalte lediglich auswendig lernen, sondern die Anwendung wirklich verstehen, um sie im Notfall sofort abrufen zu können.

Daher richtet sich das Konzept an Teilnehmer ohne medizinische Vorkenntnisse, die erst einmal die Basics lernen wollen. Von littleplan gibt es darüber hinaus Printprodukte und eine kostenlose App, mit der das Wissen so gut wie immer dabei ist und aufgefrischt werden kann.

Was sollte ich mir beim Thema Erste Hilfe unbedingt merken?

Generell gilt: Wenn ein Baby oder Kleinkind nicht mehr atmet, müssen anwesende Erwachsene sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Dafür zunächst den Kopf überstrecken (beim Baby ganz leicht nur überstrecken), die Nase zuhalten und über den Mund 5 x initial beatmen. Im Anschluss 30 x drücken und wieder 2 x beatmen immer im Wechsel bis der Notarzt eintrifft.

Panik oder Schockstarre sind nicht hilfreich, schnelles Handeln ist hier essenziell. Ganz oft hilft schon das Beruhigen, das gemeinsame Atmen, das Dabeibleiben – in der Ruhe liegt die Kraft und Liebe ist die beste Medizin.

Wie kann ich verhindern, dass mein Kind sich verschluckt?

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Damit es gar nicht erst zum Notfall kommt, gibt es einfache Vorkehrungen, die Eltern treffen können. Beim Essen beispielsweise sollten Kinder aufrecht sitzen, wenn möglich die Füße fest aufgestellt (nicht baumeln lassen). Das Kind sollte nicht abgelenkt sein, sondern sich auf das Essen konzentrieren. Kleine runde Nahrungsmittel wie ganze Trauben und Cocktailtomaten sind für Kinder unter vier Jahren aufgrund der Gefahr in der Speiseröhre stecken zu bleiben tabu und sollten geviertelt geschnitten werden.

Was tue ich, wenn mein Kind etwas giftiges verschluckt hat?

Zunächst einmal sollten Eltern wissen, welche Dinge giftig sein können. Dinge wie Putzmittel, Medikamente etc. müssen konsequent außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Das wird häufig vergessen: Auch Zimmerpflanzen oder die Blumen im Garten können giftig sein. Eltern sollten einmal checken, welche Pflanzen sie überhaupt besitzen und ob diese giftig sind. Wenn das Baby oder Kind eine potenziell giftige Substanz verschluckt hat, bitte sofort den Giftnotruf kontaktieren (in Deutschland: +49 30 192 40 | in Österreich: +43 1 406 43 43), bevor man eigene Maßnahme, wie Erbrechen o.ä., einleitet. Im Zweifel lieber einmal mehr anrufen und abklären, ob eine Intervention notwendig ist.


Dieser Beitrag wurde geschrieben von Meike Haagmanns, Rettungssanitäterin und Gründerin von littleplan.

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